Vielleicht mal als Idee, wie man so etwas recht einfach hinbekommt.
Vor allem braucht man Platz, um das Streulicht ( das von den Wänden und der Decke reflektierte Licht) in den Griff zu bekommen. je kleiner der Raum, desto schwieriger.
Als Hintergrund schwarzes Molton, aber bitte so weit wie möglich nach hinten, mindestens zwei Meter hinter dem Model, vier Meter sind sicher die beste Lösung. Dann ist der Hintergrund trotz Streulicht so dunkel, dass im Bild ein sattes Schwarz erscheint.
Baustrahler sind nicht wirklich optimal, weil sie einen recht großen Ausleuchtwinkel haben, Sie beleuchten nicht nur das Model, es gibt kaum Lichtformer und Heizen tun die Dinger auch noch kräftig.
Aber sie sind preiswert. Ich hab im letzten Jahr zum experimentieren auch mal Baustrahler neben die Blitzanlage ins Studio gestellt. Und wie gesagt, die Lichtausbeute ist sehr gering, das Model wird ständig geblendet und kneift die Augen zu und es wird sehr schnell sehr warm im Studio.
Mit einem kleinen Trick habe ich zumndest die Lichtausbeute und die Lichtsteuerbarkeit soweit verbessert, dass man halbwegs vernünftig fotografieren kann:
Nicht 2x1000 Watt, sondern je 6x 150 Watt übereinander an eine Holzleiste geschraubt, die ich mit einer sogenannten "Dritten Hand" (Spreizstange) beliebig im Studio fixieren kann. Daran auch oben ein Querholz, an dem ich links und rechts von den Strahlern einen 1m breiten Moltonstreifen zum Abnegern flexibel fixieren kann.
Die 6 Strahler pro Balken sind gleichmäßig von 30cm bis 180cm auf der Holzleiste verteilt. Mit dieser Konstruktion kenn ich den Hintergrund sauber abschatten, auch die Kamera bekommt kein Streulicht, nur das Model bliebt im (gleichmäßigen) Licht. Mit der Distanz zum Model bestimme ich ich die Intensität und die Härte des Lichts.
Das Bild "Hands", das wir heute unter "Akt" hier gepostet haben, ist mit diesen Baustrahlern entstanden. Symetrischer Aufbau, jeweils etwa einen Meter rechts und links vom Model.
Die 2x 900 Watt Leistung reichen gerade aus, um die Linse etwas abzublenden und mit der Zeit noch aus der Hand hinzukommen. Viel Spielraum ist aber nicht da. Und für das Model ist das Licht sehr unangenehm, da sie dauernd geblendet wird. Für Akt im Studio ist eine (auch kleine) Blitzanlage mit zwei Köpfen viel praktischer zu handhaben. Wenn die Kamera entfesseltes Blitzen mit einem Systemblitz zulässt, dann würde ich lieber in diese Richtung gehen, gerade am Anfang sind ein Blitz und ein Reflektor viel besser zu beherrschen und liefern bessere Ergebnisse als jede andere Lösung.
Ausleuchten muss man lernen, und als Anfänger in einer Aktsituation mit vielen Studioblitzen und Lichtformern und Model ( z.B. in einem Mietstudio) klarzukommen, ist eher unwahrscheinlich. Mit dem kleinen Set ist man viel eher auf der sicheren Seite, und auch mit einem Licht und einem Reflektor lassen sich hervoragend gerade klassische Aktposen realisieren. Und da Portrait und Akt lichttechnisch viele Gemeinsamkeiten haben, kann man vor dem ersten "richtigen" Aktshooting sehr schön mit einem hellgrau gekleideten (und somit völlig angezogenem) Model Licht und Führung üben, an den Ergebnissen die Fehler korrigieren und dann, wenn es soweit ist, auch schon beim ersten mal gute Akt-Bilder produzieren.
Liebe Grüße
Roland