Das Stativ (lat.: stativus, a, um feststehend) hat in der Fotografie immer dann Bedeutung, wenn es darauf ankommt, die Kamera möglichst stabil zu fixieren.
Der Grund dafür kann sowohl die Verwendung einer langen Brennweite sein, als auch durch die Situation bedingte lange Belichtungszeiten. In der Tierfotografie wird weiterhin auch mit dem Stativ ein bestimmter Bildausschnitt (z.B. ein Nest) über längere Zeit fixiert.
Die bekanntesten Stativ-Arten sind das Dreibeinstativ, das Einbeinstativ, das Klemm- oder das Saugfuß-Stativ und der Bean-Bag, ein mit Bohnen oder ähnlichem gefüllter Sack, der ebenfalls als stabile Kamera-Auflage genutzt wird. Darüber hinaus gibt es Baumstative, die in das Holz geschraubt werden, „Gorlillapods, deren Beine aus flexiblen Elementen bestehen und überall herum gewickelt werden können. Bei der Größe beginnt die Spanne bei Miniatur-Taschen- und Tisch-Stativen und endet bei 10m hohen Teleskopmasten.
Stative werden aus den unterschiedlichsten Werkstoffen gefertigt, Holz, Aluminium und Kohlefaser-Verbundwerkstoffe seinen hier nur mal als Beispiel genannt. Der Einsatzzweck bestimmt die Wahl des Werkstoffes.
Besonders stabile und standfeste Stative werden aus Holz gefertigt, während für de Reisefotografie und für Wanderungen leichte Verbundwerkstoffe vorgezogen werden.
Die meisten Stative für fotografische Zwecke bestehen aus den gleichen drei Grundelementen:
- Beine
Die Stativbeine sind in der Regel ausziehbar, d.h. in der Länge variierbar. Dazu bestehen Sie aus mehreren durch Klemmelemente zueinander fixierbaren Segmenten. Beim Dreibeinstativ münden die drei Beine in einen gemeinsamen Gelenkkopf, der auch als Aufnahme für die Mittelsäule dient.
- Mittelsäule
Mit der Mittelsäule kann die Höhe der Kamera schnell justiert werden, ohne dass an allen Stativbeinen die Länge geändert werden muss. Diese Justage kann über eine Kurbel oder eine Klemmschraube erfolgen. Häufig ist beides kombiniert. An der Mittelsäule ist der sog. Stativkopf montiert, das Verbindungsglied zwischen Stativ und Kamera. Häufig ist es möglich, die Mittelsäule nach unten gerichtet einzubauen, was speziell in der Makro-Fotografie Vorteile bringen kann und sehr bodennahe Fotografie mit Stativ ermöglicht.
- Kopf
Man unterscheidet zwischen starren und beweglichen Stativköpfen. Der starre Stativkopf ist heutzutage nicht mehr gebräuchlich und wird nur noch an Beleuchtungsstativen genutzt.
In der Regel werden an Foto-Stativen Panorama- oder Kugelköpfe genutzt. Der Panorama-Kopf (oder auch 3-D-Neiger) zeichnet sich dadurch aus, dass er in jeder der drei möglichen Raumachsen geneigt werden kann, wobei jede dieser Achsen separat fixierbar ist.
Der klassische Kugelkopf hat ebenfalls die volle Schwenkbarkeit, wobei er eine zentrale Fixierung besitzt und so gleichzeitig in allen Raumachsen bewegt werden kann. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile und auch hier bestimmt der Einsatz das System. Die Verbindung mit der Kamera erfolgt über das sog. Stativ-Gewinde der Kamera. Großformatige Kameras haben ein 3/8“ UNC-Gewinde, Kleinbild- und DSLR-Kameras normalerweise ein 1/4“-UNC Gewinde. Im Stativ-Kopf befindet sich also eine Schraube, die in die Kamera hinein gedreht wird, das meist in Verbindung mit einem herstellerspezifischen Schnellwechselplattensystem.
Die Stabilität eines Stativs wird durch verschiedene Faktoren bestimmt. Sowohl die verwendeten Werkstoffe, als auch Ihre Verarbeitung miteinander haben entscheidende Wirkung auf die Wirksamkeit des Systems Stativ – Kamera. Sinn des Stativs ist, Bewegungen zu verhindern bzw. zu minimieren. Störfaktoren sind z.B. Wind, der Kamera-Auslöser und/oder der Kamera-Verschluss.
Stabilität hat nicht nur etwas mit der mechanischen Biege-Steifheit der Bauteile, sondern auch mit der Masse des Systems zu tun. Je größer eine Masse, desto größer die benötigte Kraft, um diese Masse zu beschleunigen. Dem entgegen spricht der Wunsch nach möglichst kleinen und leichten Stativen, was praktisch immer in einem Kompromiss endet. Und wenn die Kamera einmal ins Schwingen geraten ist, sollte ein gutes Stativ diese Schwingung schnellstmöglich und weitestgehend dämpfen. In der Regel eine Frage der verwendeten Materialien.
Typische Schwachstellen von Stativen sind: weiche und schwingungsanfällige 3-D-Neiger aus Kunststoff, biegsame und schlecht an der Kamera anliegende Schnellwechselplatten, schlechte Fixierung der Mittelsäule im Gelenkkopf des Stativs, fehlende Verstrebungen zwischen Mittelsäule und Stativbeinen und ganz generell wackelige Klemmungen an den Teleskop-Segmenten der Stativbeine.
Beim Kauf sollte man darauf achten, dass gerade die diversen Klemmelemente an einem Stativ nach justierbar sind. Klemmelemente unterliegen einem gewissen Verschleiß, und wenn man den nicht ausgleichen kann, wird ein Stativ früher oder später weich und wackelig.
Ein guter Stativkopf sollte ein Kameragewicht von 5kg sicher fixieren können. Fast immer ist die Kamera-Objektiv-Kombination leichter, aber der stabile Stativkopf ist viel schwingungsfester als der Leichtbaukopf, der gerade mal 1kg halten kann. Ein Sandsack (oder Kamera-Rucksack) von 5-10kg unter der Mittelsäule an das Stativ gehängt, stabilisiert das Stativ zusätzlich.